Die Bühne ist ein Arbeitsraum
Zwischen 2007 und 2016 arbeitete ich frei bei Fred Berndt und seinem „Regie und Raum“. Regie- und Bühnenbildassistenz gehörten dazu, ebenso die Programmierung von Bühnensteuerungen. Dort wurde die technische Umsetzung nicht zum Anhängsel einer künstlerischen Idee. Sie entschied mit darüber, was im Raum möglich war, wie etwas erscheinen und verschwinden konnte und wie präzise eine Aufführung ihren eigenen Ablauf kannte.
Fred Berndt ist 2020 gestorben. Seine historische Website lässt seine Arbeiten weiter sprechen. Die Jahre meiner Mitarbeit sind in meiner damaligen Vita dokumentiert; die Website selbst ist ein Archiv seines Werks, kein persönliches Arbeitszeugnis.
An den Rändern der Künste
Mit Alfred (Alf:a) Banze setzt sich diese Erfahrung in anderer Form fort. Film, Bühne, Zeichnung, Musik, gemeinsame Recherche und Beratung gehen ineinander über. Bei Atomic Gauguin (2021/22) war ich an Kamera und künstlerischer Assistenz beteiligt. Bei Ich Santana (2025) und On Stage – Am Bühnenrand (2026) nennt mich Banze ausdrücklich in der künstlerischen Beratung.
Mich beschäftigt an solchen Arbeiten nicht die Zuordnung zu einer Kunstsparte. Es interessiert mich, wie aus dem Zusammenspiel verschiedener Mittel überhaupt eine Szene, eine Stimme und eine Haltung entstehen können.
Was aus einem Entwurf bleibt
Mit Karl Heinz Jeron entwickelte ich 7vst. Das Vorhaben war weit vorproduziert, wurde aber nicht in der geplanten Form realisiert. Öffentlich geblieben sind der Teaser vom 20. April 2018 und der Pitch vom 21. April 2018. Beide nennen uns gemeinsam als Urheber. Sie zeigen eine Konzeption im Werden, nicht die Dokumentation einer stattgefundenen Bühnenpremiere.
Gerade solche unabgeschlossenen Arbeiten gehören zur Geschichte einer künstlerischen Praxis. Nicht alles, was entwickelt und durchdacht wurde, erreicht eine Premiere. Manchmal bleibt ein Entwurf zurück, der im nächsten Werk weiterarbeitet. Auch Jerons eigene Arbeit an Klang, Regeln und technischen Systemen führt dieses Gespräch auf andere Weise fort.
Keine Liste
Es geht mir hier weder um eine Rangfolge von Namen noch um eine möglichst lange Ausstellungsliste. Mich interessieren die Beziehungen, in denen Denken überprüft, Widerspruch möglich und Arbeit tatsächlich gemeinsam wird. Eine künstlerische Handschrift entsteht nicht ohne die Stimmen anderer — und bleibt dennoch in der eigenen Verantwortung.